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Grundlagen

ElterngeldPlus oder Basiselterngeld? Der komplette Vergleich

10. Dezember 2025
5 Min.

Seit 2015 gibt es neben dem klassischen Basiselterngeld auch ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus. Die drei Varianten lassen sich frei kombinieren — und genau das macht die Planung komplex. Wer die richtige Kombination findet, kann die Gesamtförderung um mehrere tausend Euro steigern.

Basiselterngeld: Die klassische Variante

Basiselterngeld ersetzt 65–67 % des Netto-Einkommens vor der Geburt, mindestens 300 € und maximal 1.800 € pro Monat. Es wird für maximal 12 Monate gezahlt (14 mit Partnermonaten). Während des Bezugs dürft ihr nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten.

Basiselterngeld ist die richtige Wahl, wenn ihr komplett zu Hause bleiben wollt oder nur wenig in Teilzeit arbeitet. Der monatliche Betrag ist höher als bei ElterngeldPlus — ideal wenn ihr den maximalen Monats-Betrag braucht.

ElterngeldPlus: Doppelt so lang, halb so viel — und oft mehr unterm Strich

ElterngeldPlus ist halb so hoch wie Basiselterngeld, wird aber doppelt so lange gezahlt. Aus einem Basismonat werden zwei Plus-Monate. Maximal sind 150–900 € pro Monat möglich.

Der entscheidende Vorteil: Wenn ihr in Teilzeit arbeitet (max. 32 Std/Woche), wird das Teilzeit-Einkommen beim ElterngeldPlus günstiger angerechnet als beim Basiselterngeld. In vielen Fällen bekommt ihr mit ElterngeldPlus + Teilzeit unterm Strich mehr Geld — bei gleichzeitig längerem Bezugszeitraum.

Berechnen statt raten: Unser ElterngeldPlus-Rechner im Planner zeigt euch für eure Zahlen direkt, ob Basis oder Plus (oder eine Kombination) mehr bringt.

Partnerschaftsbonus: Bis zu 8 Extra-Monate für die Familie

Wenn beide Partner gleichzeitig in Teilzeit arbeiten (24–32 Stunden pro Woche), gibt es pro Partner 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate — den Partnerschaftsbonus. Das sind bis zu 8 zusätzliche Monate Elterngeld für die Familie.

Die Bedingung ist streng: Beide Partner müssen im gleichen Zeitraum zwischen 24 und 32 Stunden arbeiten. Wer auch nur einen Monat mehr oder weniger arbeitet, verliert den Bonus komplett.

Unser Planner generiert automatisch Szenarien mit Partnerschaftsbonus — inklusive Prüfung, ob die Stundenbedingung realistisch für euch ist.

Wann lohnt sich was?

Basiselterngeld wenn: Ihr komplett zu Hause bleibt oder nur wenige Stunden arbeitet. Ihr ein hohes Einkommen habt (nahe an der 1.800 €-Obergrenze). Ihr möglichst viel pro Monat benötigt.

ElterngeldPlus wenn: Ihr plant in Teilzeit zu arbeiten. Ihr einen längeren Bezugszeitraum wollt. Ihr die Gesamtförderung maximieren wollt — ElterngeldPlus mit Teilzeit kann mehr bringen als reines Basiselterngeld.

Partnerschaftsbonus wenn: Beide Partner flexibel 24–32 Stunden arbeiten können. Ihr die längstmögliche gemeinsame Familienzeit mit staatlicher Förderung wollt.

Die optimale Kombination finden

In der Praxis kombinieren die meisten Familien alle drei Varianten: Einige Monate Basiselterngeld am Anfang, dann ElterngeldPlus mit Teilzeit, eventuell mit Partnerschaftsbonus am Ende. Die Frage ist: In welcher Reihenfolge und für wie viele Monate?

Genau das berechnet unser Planner automatisch — mit 6+ Szenarien zum Vergleichen, live anpassbar per Slider. So seht ihr sofort, welche Kombination aus Basis, Plus und Bonus für eure Familie den größten Vorteil bringt.

Konkrete Zahlen: Was bringt ElterngeldPlus wirklich?

Zwei typische Beispiele zeigen den Unterschied — beide mit 50 % Teilzeit während des Plus-Bezugs, Steuerklasse IV, GKV:

VarianteBrutto vorherEG/MonatLaufzeitGesamt (EG)
Basiselterngeld (keine Arbeit)3.000 €~1.300 €12 Monate~15.600 €
EG+ mit 50% Teilzeit3.000 €~650 €24 Monate~15.600 €
Basiselterngeld (keine Arbeit)2.500 €~1.140 €12 Monate~13.680 €
EG+ mit 50% Teilzeit2.500 €~570 €24 Monate~13.680 €

Gesamtsumme Elterngeld ist bei gleichem Einkommen identisch — Plus streckt sie auf doppelt so viele Monate.

Der Gesamtbetrag an Elterngeld ist bei beiden Varianten gleich — der Unterschied entsteht durch das Teilzeiteinkommen, das beim Plus-Bezug über 24 statt 12 Monate hinzukommt. Bei 3.000 € Brutto bedeutet 50 % Teilzeit über 12 zusätzliche Monate ca. 9.000–10.000 € Mehreinkommen für die Familie.

Entscheidungs-Checkliste: Basis oder Plus?

Basiselterngeld wählen, wenn:

  • ihr vollständig zu Hause bleibt (kein Teilzeiteinkommen)
  • ihr den maximalen Monatsbetrag braucht (z. B. für laufende Kosten)
  • der Partnerschaftsbonus nicht infrage kommt

ElterngeldPlus wählen, wenn:

  • ihr in Teilzeit zurückkehrt (ab ca. 20 Stunden/Woche besonders vorteilhaft)
  • ihr eine möglichst lange Bezugsdauer wollt (z. B. bis zum Kita-Eintritt)
  • der Partnerschaftsbonus realistisch planbar ist (beide 24–32 Stunden)
  • ihr die monatliche Gesamtbelastung verteilen wollt

In den meisten Fällen ist die beste Lösung eine Kombination: Basis für die erste Phase ohne Einkommen, Plus ab Teilzeitstart. Unser Planner berechnet diese Kombination für euer genaues Einkommen automatisch.

Wichtige Grenzen und Einschränkungen 2026

  • Mindestbetrag ElterngeldPlus: 150 € / Monat (auch wenn das Einkommen sehr niedrig war)
  • Höchstbetrag: 900 € / Monat (= die Hälfte des Basiselterngeld-Maximums von 1.800 €)
  • Teilzeitgrenze: maximal 32 Stunden / Woche — wer darüber liegt, verliert den Anspruch für diesen Monat
  • Einkommensgrenze 2026: Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen über 200.000 € (gemeinsam) bzw. 175.000 € (Einzelperson) entfällt der Anspruch komplett
  • Keine nachträgliche Änderung: Festgelegte Plus-Monate können im Antrag nicht mehr geändert werden — Planung vor Antragstellung ist entscheidend

Typische Fehler bei ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus

So klar die Regeln auch klingen — in der Praxis gibt es einige Fallstricke, die Familien teuer zu stehen kommen können:

  • Partnerschaftsbonus-Falle: Ein einziger Monat außerhalb der 24–32-Stunden-Grenze löscht alle Bonusmonate rückwirkend — nicht nur den einzelnen Monat. Schon einmalige Überstunden (z. B. 33,5 Stunden) reichen aus. Plant deshalb immer 2–3 Stunden Puffer unter der Obergrenze und haltet die genauen Stunden monatlich schriftlich fest.
  • Monate sind nach Antrag nicht mehr änderbar: Basis- und Plus-Monate werden im Elterngeldantrag festgelegt. Ein nachträglicher Umstieg von Basis auf Plus — oder umgekehrt — ist nach Bewilligung nicht möglich. Alle Szenarien deshalb konsequent vor dem Antrag mit dem Planner durchrechnen.
  • Kombination falsch getimed: Wer auf Plus wechselt, dann aber doch nicht in Teilzeit arbeitet, verschenkt den Hauptvorteil von ElterngeldPlus. Ohne Teilzeiteinkommen ist Basiselterngeld in fast allen Fällen die bessere Wahl — denn der Anrechnungsvorteil des Plus kommt erst durch das Teilzeiteinkommen zum Tragen.
  • Zu späte Arbeitszeitplanung: Die geplante Teilzeit muss beim Antrag bereits konkret feststehen — inklusive Stundenzahl und Zeitraum. Wer das erst nach der Geburt klärt, riskiert, dass die optimale Kombination nicht mehr beantragbar ist.

Wer während des ElterngeldPlus-Bezugs auch einen Nebenverdienst plant, sollte wissen wie die Einkommens-Anrechnung konkret funktioniert — das erklärt unser Artikel zu Elterngeld und Nebenverdienst.

Häufige Fragen

Welche Kombination ist optimal für euch?

Unser Planner berechnet automatisch die besten Szenarien aus Basis, Plus und Bonus.

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